Autorenfragebogen

Warum schreiben Sie – und warum haben Sie dieses Buch geschrieben?

Ganz einfach: Ich liebe spannende Geschichten. Und am Anfang wollte ich einfach wissen, ob ich selber einen Thriller schreiben kann. Bei „Der Troja-Code“ hat mich ganz konkret die historische Rekonstruktion der Ereignisse am Ende der Bronzezeit begeistert. Diese Geschichte wollte ich erzählen, eingebettet in das Gerüst eines hoffentlich spannenden und unterhaltsamen Thrillers.

 

Was ist Ihnen an Ihrem Buch besonders wichtig?

Dass die Leserinnen und Leser am Ende sagen können, dass sie sich gut unterhalten gefühlt haben.


Haben Sie in Ihrem Buch einen Lieblingssatz, gibt es eine Szene, auf die Sie besonders stolz sind?

Da alle Szenen und Sätze von mir stammen, ragt für mich persönlich keine Passage heraus. Stolz war ich aber sicherlich als ich den letzten Satz der Geschichte geschrieben habe und die Frage, ob ich selber ein Buch schreiben könnte, positiv beantworten konnte.


Welche Figur aus Ihrem Buch würden Sie gerne einmal im realen Leben treffen – und welche überhaupt nicht?

Da alle Figuren meiner Fantasie entsprungen sind, liegen mir alle auch in irgendeiner Form am Herzen. Auch die, mit denen man beim Lesen nicht sympathisiert und mit fiebert. Während der Ausarbeitung der einzelnen
Charaktere musste ich mich naturgemäß mit den düsteren Figuren intensiver auseinandersetzen. Schließlich begegnet man nicht jeden Tag einem Auftragskiller, in dessen Gedankengänge und flexible Moralvorstellungen man
sich zunächst einfinden muss. Im realen Leben möchte ich diese Person aber lieber nicht treffen. In meiner Fantasie ist sie bedeutend besser aufgehoben.

 

Was hat Sie zu Ihrem Buch inspiriert?

Mein Bruder. Während eines gemeinsamen Urlaubswochenendes hat er mir von der These berichtet, die eine mögliche Erklärung für die einschneidenden Ereignisse am Ende der Bronzezeit liefert. Von da an war in mir das Feuer entfacht. Ich wollte mehr darüber erfahren und habe mir gleich am folgenden Tag die entsprechende Fachliteratur besorgt. Vor allem die Bücher des Geoarchäologen Eberhard Zangger, auf dessen Arbeiten und Thesen der Großteil der historischen Rekonstruktion basiert.


Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?

Natürlich habe ich einen Schreibtisch, aber um ehrlich zu sein schreibe ich überwiegend an anderen Plätzen. Auf dem Sofa, auf dem Balkon, im Zug usw. Mein Schreibtisch dient eher als Ablage für sich türmende Bücher- und Papierberge.

 

Gibt es für Sie bestimmte Rituale beim Schreiben – einen Lieblingstee, ohne den gar nichts geht, oder Lieblingsmusik, die im Hintergrund laufen muss?

Wenn ich mich an den Computer setze, muss ich mich zunächst wieder in den Tunnel begeben, in dem meine Gedanken nur um das nächste Kapitel kreisen. Um in diese Stimmung zu kommen, lese ich mir immer zunächst das vorherige Kapitel noch einmal durch. Danach läuft in der Regel der Film in meinem Kopf ganz automatisch ab. Diesen versuche ich anschließend zu Papier zu bringen.


Welches Abenteuer möchten Sie in Ihrem Leben auf jeden Fall noch erleben?

Das erlebe ich gerade mit meiner Tochter, die mich seit ihrer Geburt 2012 immer wieder aufs Neue staunen lässt.

 

Charakterisieren Sie sich in drei Worten.

"Unmöglich, das erscheint", um es in der ganz eigenen Art des großen Jedi-Meisters Yoda zu sagen.


Was ist schwerer: Den ersten oder letzten Satz eines Buchs zu schreiben?

Bei mir war es rückblickend der erste. Diesen habe ich nämlich im Unterschied zum letzten Satz noch mehrfach abgeändert.


Wie bereiten Sie sich auf das Schreiben eines Buchs vor, wie recherchieren Sie?

Am Anfang von "Der Troja-Code" habe ich zunächst Fachbücher gewälzt, die sich mit der Bronzezeit und der Antike beschäftigen. Ich wollte erst das Gefühl haben einigermaßen sattelfest zu sein, was die historischen Fakten und Thesen über diese Epochen der Menschheitsgeschichte betrifft. Verfeinert habe ich dieses Wissen mit Recherchen im Internet und durch das stundenlange Studium von Fernsehdokumentationen, die sich mit diesen Zeitabschnitten beschäftigen. Erst danach habe ich die eigentliche Handlung des Thrillers erdacht.

 

Ist ein Autor Ihrer Meinung nach Künstler oder Handwerker?

Obwohl ich mich selber weder als Künstler noch als Handwerker bezeichnen würde, liegt, wie so häufig im Leben, die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen. Oder besser gesagt, man ist als Autor wohl ein bisschen von beidem. Ohne einen kreativen Prozess kann man keine gute Geschichte schreiben. Aber genauso wenig ist es möglich ein gutes Buch zu schreiben, ohne sich eines handwerklichen Rüstzeugs zu bedienen. Künstler oder Handwerker? Geschichtenerzähler trifft es in meinen Augen am ehesten.

 

Für welches Produkt würden Sie gerne Werbung machen – und warum?

Einen Drucker, der selbständig Papier und Tinte nachfüllt.


Wenn Sie Ihren Wohnort ohne jede Begrenzung wählen könnten – wo würden Sie leben, und warum?

Gerade die Abwechslung macht es für mich aus. Wenn es mir somit möglich wäre an verschiedenen Orten jeweils eine gewisse Zeit zu verbringen, würde ich das durchaus begrüßen.


Was ist Ihrer Meinung nach der schönste Ort der Welt?

Es gibt eine Vielzahl von Städten und Landstrichen, die mir gefallen. Das entscheidende für mich sind aber die Menschen, mit denen ich diese Orte teile. Familie und/oder Freunde. Erst im Zusammenspiel mit anderen gewinnt ein Ort an Besonderheit. Mir geht das zumindest so.

 

Was ist das schönste Geschenk, das Ihnen ein Leser Ihres Buchs machen kann?

Das Kompliment dass er sich durch mein Buch gut unterhalten gefühlt hat.

 

Was ist der Geruch, der Klang, das Gefühl, das Ihre Kindheit symbolisiert?

Der Geruch von frisch gemähtem Gras, das laute Bellen unseres erziehungsfrei aufgewachsenen Dackels und das Gefühl der absoluten Geborgenheit durch meine Familie. Wie man sieht, bin ich auf dem Land aufgewachsen…


Was bereitet Ihnen gute Laune – und was schlechte?

Gute Laune bereiten mir schöne Stunden mit Freunden und Familie, das Kennenlernen interessanter Menschen, gute Nachrichten und jegliche Variationen von Schokoladendesserts.

Schlechte Laune bekomme ich bei einem Übermaß an Ignoranz, Zeitverschwendung und wenn der Schokokuchen aus ist.


Ist das berühmt-berüchtigte Glas für Sie eher halbvoll oder halbleer – und warum?

Eindeutig halbvoll. Es ist tatsächlich so, dass ich in fast allen Lebensereignissen immer etwas Positives zu finden versuche. Auch wenn das natürlich nicht immer gelingt, blieb mir zum Glück diese Grundhaltung bislang erhalten.


Eine Fee gewährt Ihnen drei Wünsche, die allerdings Weltfrieden, Gesundheit und Reichtum ausklammern – was
wünschen Sie sich?

Zeit, Zeit, Zeit. Für mich. Für meine Familie. Für meine Freunde.


Was gefällt Ihnen an dotbooks?

Dass bei aller konzentrierten und seriösen Arbeit immer der Spaß und die große Leidenschaft für Bücher zu spüren ist.